Systemische Traumapädagogik & Trauma informierte Beratung
„Traumasensible Organisation“
Aus systemischer Perspektive ist eine Organisation ein lebendiger Organismus. So erscheint es wenig erstaunlich, dass auch eine Organisation geradezu traumaspezifische Symptome entwickeln kann, wenn wirtschaftliche Unsicherheit oder auch auftragsspezifische Bedrohungslagen auf die Organisation einwirken. Organisationen, die in ihrer grundlegenden Ausrichtung mit Trauma bedingten Verhaltensweisen und Geschehen konfrontiert werden, gelten als besonders herausgefordert. Hierzu zählen u.a. Organisationen der Bildung und des sozialen Bereichs insgesamt, Organisationen des Vollzugs, der Sicherheit, der Rettung und des Bevölkerungsschutzes. Trauma ist – bei aller Routine – niemals ein „Normalzustand“, sondern ein biopsychologischer Notmodus! Ein zentrales „Symptom“, dass als solches häufig unerkannt bleibt, ist eine Art „Schwarz-Weiß-Bewusstsein“. Dieses führt dazu, dass vornehmlich in „Entweder-oder-Schleifen“ gedacht und leider auch gehandelt wird. Für „Win-Win“ bleibt zunehmend wenig Raum. Eine grundsätzliche Offenheit als auch das gegenseitige Vertrauen leiden. Viele kreative und nachhaltige Lösungen fallen diesem Modus zum Opfer und menschliche Beziehungen wie auch weite Teile der Organisation geraten, zunächst unmerklich, unter (traumatischen) Stress.
Wir übertragen die vorher erläuterte diagnostische Kategorie „Traumatisierung“ / PTBS (ICD11) auf die Organisations-Ebene und ergründen die potenziellen Folgen besonders für den Bereich der Kommunikation und im Hinblick auf die Prozessgestaltungen im Unternehmen.
Abschließend werden Wege für ein „strukturelles Genesen“ der Organisation aufgezeigt und angeregt. Der Praxisbezug erfolgt durch Fallbeispiele und Übungen.
- Grundbegriffe zum Themenkomplex Traumatisierung (ICD 11 / DSM 5)
- Anlässe und „Symptomentwicklung“ von Organisationen
- Zusammenhänge zwischen traumatisierter / traumatisierender Organisation, Mitarbeitenden, Kunden und Klientel
- Traumatisierende Kommunikationsstrukturen („Doublebinds“)
- Konstruktive Lösungsansätze zur Förderung der strukturellen Resilienz („Organisationsgesundheit“)
- Fallarbeit & Übungen
Das Seminar richtet sich in besonderem Maße an Akteur*innen in sozialen Tätigkeitsfeldern sowie an Menschen mit Leitungs- und Personalverantwortung in eben diesem Bereich.
Aber auch alle anderen Interessierten sind herzlich willkommen.
„Traumapädagogische Praxisreflexion“
- Der Schwerpunkt dieses „Praxistages“ liegt auf der gemeinsamen, trauma-pädagogisch fokussierten Bearbeitung von Fragestellungen aus der pädagogischen Praxis.
- Die Teilnehmenden sind eingeladen eigene Fälle aus den unterschiedlichen Tätigkeitsfeldern einzubringen und diesbezügliche Herausforderungen aus traumapädagogischer Perspektive gemeinsam zu bearbeiten.
- Hierzu werden unterschiedliche Formen der Fallbesprechung angewendet.
- Theoretische Inhalte werden fallbezogen ergänzend beigesteuert und erläutert.
- Ziel ist es, dass Akteur*innen aus unterschiedlichen pädagogisch-beraterischen Tätigkeitsbereichen, konkrete Fragen der traumapädagogischen Berufspraxis methodisch und theoretisch fundiert, gemeinsam reflektieren.
Inhalte:
- Fallarbeit & Praxisbezug
- Formen der Fallbearbeitung: kollegiale Beratung (Fallmatrix), „Impulsrunden“, „Kopfstand-Methode“, „Der nächste Schritt“, „Zwei wichtige Informationen“; „Kurze Kommentare“, „Erfolgsmeldung“ u.a.m..
- Ergänzende theoretische Inhalte der Psychotraumatologie mit konkretem Praxisbezug (inkl. Grundlagenskript & Literaturtipps)
Seminarleitung:
Volkmar Suhr, Dipl. Päd. Systemischer Berater & Therapeut (DGSF), Coach, Mediator, Traumapädagogischer Fachberater / Traumapädagoge (DeGPT)
Investition:
190 € inkl. MwSt. / TN / Tag
(9.00 bis 17.00 Uhr, online oder inhouse in Präsenz)
Dann können Sie sich gerne an uns wenden.
Systemischer Berater und Therapeut (DGSF) Mediator, Mitglied Bundesverband Mediation